Aktuelle Corona-Infektionen Das aktuelle Corona-Krankheitsaufkommen in Deutschland beträgt schätzungsweise 1.505 Fälle pro 100.000 Einwohner, was bedeutet, dass ca. eine von 47 Personen derzeit akut infiziert ist (angenommen sind Ø 10 Tage Infektionsdauer). Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet eine auf meldepflichtigen PCR-Tests basierte Inzidenz von 11, wobei auf jede offiziell registrierte Infektion etwa 123 weitere unentdeckte Fälle entfallen. Informationen zur aktuellen Verteilung zirkulierender SARS-CoV-2-Varianten finden sich im RKI-Dashboard. Die auf dem GrippeWeb-Wochenbericht basierte Inzidenz aller Atemwegserkrankungen beträgt 10.300 pro 100.000 Einwohner, was bedeutet, dass ca. eine von 10 Personen derzeit akut infiziert ist (angenommen sind Ø 7 Tage Infektionsdauer; Vergleich zu den Vorjahren). Stand: 12.12.2025 Bundesländer Die Verteilung der Erkrankungen variiert stark zwischen den Bundesländern (Angaben in Fälle pro 100.000): Baden-Württemberg: 1.013 Fälle (1 von 69 infiziert) Bayern: 1.175 Fälle (1 von 60 infiziert) Berlin: 1.649 Fälle (1 von 42 infiziert) Brandenburg: 1.919 Fälle (1 von 36 infiziert) Bremen: 1.217 Fälle (1 von 58 infiziert) Hamburg: 1.226 Fälle (1 von 57 infiziert) Hessen: 1.240 Fälle (1 von 56 infiziert) Mecklenburg-Vorpommern: 3.472 Fälle (1 von 20 infiziert) Niedersachsen: 1.141 Fälle (1 von 61 infiziert) Nordrhein-Westfalen: 1.135 Fälle (1 von 62 infiziert) Rheinland-Pfalz: 1.389 Fälle (1 von 50 infiziert) Saarland: 2.725 Fälle (1 von 26 infiziert) Sachsen: 5.224 Fälle (1 von 13 infiziert) Sachsen-Anhalt: 4.099 Fälle (1 von 17 infiziert) Schleswig-Holstein: 1.070 Fälle (1 von 65 infiziert) Thüringen: 1.826 Fälle (1 von 38 infiziert) Entwicklung der Infektionszahlen Seit Beginn der Pandemie gab es in Deutschland ~209,74 Millionen Corona-Infektionen.Das sind ca. 2,51 Infekte pro Person. Aktuelles Meldeniveau nach Landkreisen Diese Karte zeigt das Meldeniveau zu SARS-CoV-2 für jeden Landkreis. Mit dem Datumsschieber kann der zeitliche Verlauf bis zu zwei Jahre in die Vergangenheit betrachtet werden. Reale Inzidenz und Dunkelzifferfaktorberechnung Die reine Betrachtung der gemeldeten 7-Tage-Inzidenz des Robert Koch-Instituts (RKI) für Covid-19-Erkrankungen im gesamten Bundesgebiet reicht häufig nicht aus, um die tatsächliche Verbreitung des Krankheitserregers abzuschätzen. Zahlreiche Fälle werden nicht erkannt, sodass eine Dunkelziffer entsteht. Um diese Lücke näherungsweise zu schließen, ist ein komplexer Berechnungsprozess notwendig, der auf mehreren Datengrundlagen und Annahmen fußt. Datenbasis: Offizielle Inzidenz und Hospitalisierungen Als primäre Eingangsgrößen dienen die täglich gemeldete 7-Tage-Inzidenz sowie Hospitalisierungszahlen, die jeweils die gesamte Bevölkerung und das gesamte Bundesgebiet umfassen. Die 7-Tage-Inzidenz spiegelt das gemeldete Infektionsgeschehen wider, ist jedoch abhängig vom mittlerweile stark reduzierten Testaufkommen, der Meldedisziplin und dem Erfassungsgrad. Die Hospitalisierungszahlen gelten als stabilerer, wenngleich zeitverzögerter Indikator, da sie schwere Verläufe abbilden. Hierzu werden fixierte 7-Tage-Hospitalisierungsfälle pro Tag herangezogen, die aktuell jedoch erst ab 2023 flächendeckend und einheitlich verfügbar sind. Der Dunkelzifferfaktor (DFZ) als Korrektur der gemeldeten Inzidenz Der zentrale Wert im Berechnungsprozess ist der Dunkelzifferfaktor (DFZ). Der DFZ gibt an, um welchen Faktor die gemeldete Inzidenz multipliziert werden muss, um eine Schätzung der tatsächlichen Infektionshäufigkeit zu erhalten. Ein DFZ von 2 würde beispielsweise bedeuten, dass auf einen gemeldeten Fall ein weiterer unerkannter Fall kommt. Kalibrierung über einen Referenztag mit bekanntem DFZ Die Berechnung des DFZ stützt sich auf einen Referenztag, an dem bereits ein gesicherter DFZ vorliegt. Derzeit wird der 13. Dezember 2024 mit einem DFZ von 125 angenommen. Dieser Wert ist nicht willkürlich, sondern basiert auf der Abschätzung von RV-Enigma und der Analyse der AMELAG-Abwasserdaten. Die Hospitalisierungsrate am Referenztag dient als Bezugsgröße, um die Hospitalisierungszahlen anderer Tage einzuordnen. Da angenommen wird, dass Hospitalisierungen in einer relativ stabilen Beziehung zum wahren Infektionsgeschehen stehen, lässt sich aus Veränderungen in diesem Verhältnis ein neuer DFZ ableiten. Zudem wurden unnatürliche Schwankungen der 7-Tage-Inzidenzwerte aller Bundesländer ab dem Jahr 2023 analysiert, um einen Faktor für die Bundesland-spezifische Meldedisziplin zu ermitteln. Um lokale Schwankungen zu erkennen, wurde für jedes Bundesland eine gleitende 7-Tage-Durchschnittsinzidenz berechnet. Diese dient als Basislinie, um »normale« Schwankungen von auffälligen Abweichungen zu unterscheiden. Die absoluten Abweichungen der tatsächlichen 7-Tage-Inzidenzwerte vom gleitenden Durchschnitt wurden ermittelt. Je größer diese Abweichungen, desto stärker sind die potenziellen unnatürlichen Schwankungen. Die Abweichungen wurden pro Bundesland aufsummiert, um eine Gesamtbewertung der Schwankungen für jedes Bundesland zu erhalten. Jedes Bundesland erhält einen spezifischen Kompensationsfaktor basierend auf seinen Schwankungen zur bundesweiten Inzidenz und jeweiligen Altersverteilung (Schleswig-Holstein: 0,88, Hamburg: 1,04, Niedersachsen: 1,15, Bremen: 1,13, Nordrhein-Westfalen: 1,10, Hessen: 1,17, Rheinland-Pfalz: 1,01, Baden-Württemberg: 1,13, Bayern: 1,26, Saarland: 1,09, Berlin: 0,99, Brandenburg: 0,95, Mecklenburg-Vorpommern: 0,92, Sachsen: 0,97, Sachsen-Anhalt: 0,94, Thüringen: 0,91). Der Berechnungsablauf im Detail: Datenerfassung und SortierungZunächst werden alle gemeldeten Zahlen – darunter die 7-Tage-Inzidenz, Neuinfektionen und Hospitalisierungsdaten – nach Meldedatum sortiert. Aufschlag für die letzten 7 TageUm kurzfristige Untererfassungen auszugleichen, die später als Nachmeldungen in den Daten auftauchen, wird in den jüngsten Datensätzen von Tag zu Tag ein ansteigender Wert aufgeschlagen (zum Beispiel +14 % am aktuellen Tag, +12 % am Vortag etc.). Berechnung des DunkelzifferfaktorsLiegen sämtliche Daten vollständig vor, wird ein spezieller Faktor berechnet, der u. a. die Hospitalisierungen ins Verhältnis zur Inzidenz setzt und durch einen konstanten Referenzwert skaliert. Auf diese Weise entsteht der Dunkelzifferfaktor, der eine realistischere Größe zur Infektionslage angibt. FeiertagskorrekturAn Nullmeldetagen, Wochenenden, Feiertagen und zum Teil am folgenden Tag wird der Dunkelzifferfaktor des Vortages sowie die Vortagsinzidenz mal dem aktuellen R-Wert übernommen, der auf Basis der neu gemeldeten Fälle berechnet wird. Fallback bei fehlenden DatenErgeben sich an einem Tag keine ausreichenden Angaben (z. B. unplausible oder fehlende Neuinfektionen), wird stattdessen ein Ersatzwert herangezogen. Korrektur von WellentälernDa in den Tiefphasen zwischen zwei Infektionswellen erfahrungsgemäß besonders wenige Tests durchgeführt werden, unterschätzen die Rohdaten hier die tatsächliche Infektionslast. Um diese Täler realitätsnäher abzubilden, wird ein gleitender Korrekturfaktor angewendet, der bei niedriger korrigierter Inzidenz die Dunkelziffer vorsichtig nach oben skaliert. Hohe Inzidenzen und Wellenpeaks bleiben davon unberührt. Glättung über sieben TageAbschließend wird der Dunkelzifferfaktor über sieben aufeinanderfolgende Tage gemittelt. Dadurch werden sehr starke Schwankungen abgemildert und eine stabilere Zeitreihe entsteht. Nachteile und Einschränkungen Die Berechnung unterstellt, dass das Verhältnis von Hospitalisierungen zur tatsächlichen Infektionslast über die Zeit weitgehend konstant bleibt. Weder Veränderungen in der Krankheitsschwere unterschiedlicher Virusvarianten noch die Impfquote, die zwar Einfluss auf die Hospitalisierungen hat, jedoch voraussichtlich stabil bleibt, werden berücksichtigt. Wenn eine Variante häufiger zu schweren Verläufen führt als eine andere, kann dies die Annahmen hinter dem Modell verzerren. Ein weiterer Nachteil ist, dass Hospitalisierungsdaten in konsistenter Form erst ab 2023 vorliegen. Frühere Zeiträume können somit nicht mit demselben Modell abgedeckt werden, was die historische Vergleichbarkeit einschränkt. Zudem kann es vorkommen, dass an einzelnen Tagen wichtige Kennzahlen fehlen. In diesen Fällen wird der DFZ mit einem Fallback-Wert geschätzt, was die Genauigkeit der Zeitreihe mindert. Ergebnis Die oben dargestellten Graphen zeigen neben der offiziellen RKI-Inzidenz den geglätteten DFZ und die daraus resultierende korrigierte Inzidenz. Diese Kombination versucht, aus eingeschränkten Meldedaten ein realistischeres Bild der Infektionslage zu zeichnen. Trotz verbleibender Unsicherheiten und methodischer Vereinfachungen verbessert diese Vorgehensweise die Interpretierbarkeit der vorliegenden Daten, um längerfristige Trends im Infektionsgeschehen klarer zu erkennen.